699:0

ungefähres Ergebnis nach gelesenen Seiten zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2012 verglichen mit 2011.

Gestern beendete ich „Leopard“ von Jo Nesbø, ein norwegischer Krimi-Roman, den ich beim Amazon—12-Tage-Programm (heißt das so, oder ist das das Pendant von Amazon? Jedenfalls war es umsonst) kurz nach Weihnachten umsonst herunter geladen hatte und auf dem Kindle las. Ich muss ehrlich gestehen, dass „Krimi“ nicht gerade mein liebstes Genre ist. Eigentlich weiß ich garnicht, was mein liebstes Genre ist. Die ausgefeilte Story von „Leopard“ bietet zumindest alles, was das Leseherz begehrt: Den abgebrühte Einzelgänger, der einen Serienmörder hinter das Licht führen möchte und dafür auch Rückschläge einzustecken bereit ist.

Wie ich erst während der Lektüre lerne, baut dieser Roman auf ältere Werke von Jo Nesbø auf („Der Schneemann“, „Rotkehlchen“, „Kakerlaken“, „Der Fledermausmann“ u.v.m), auch die Hauptfigur Harry Hole ist wiederkehrendes Element der Romanreihe von Jo Nesbø. Das Buch bietet viele Seitenstränge, Rückblenden, Perspektivwechsel und sogar häufige Wechsel des Schauplatzes, was die Story einerseits schnell, andererseits auch sehr filmisch gemacht hat. Außerdem: Durch die immer größer werdende Zahl der Opfer wird auch der Radius der Ermittlungen immer größer, und so.

Das Buch hat schon großen Spaß gemacht, die Geschichte fühlte sich echt an, viele, gerade gewalttätige Szenen sehr detailreich, nahezu eklig beschrieben (etwa das Folterelement, was der Täter im Buch verwendet). Durch die vielen Seitentränge der Geschichte gibt es auch die üblichen Liebeleien, ein wenig politische Auseinandersetzung und Intrigen innerhalb der Polizei, was dem Handlungsverlauf aber nur gut tut. Ich konnte keinen Durchhänger innerhalb des Romans erkennen, die Story war sehr fesselnd in Worte gefasst.

Abschließend jedoch kann ich nicht sagen, ob ich den Roman gekauft hätte, wenn ich es hätte bezahlen wollen. Dafür kenne ich mich zu wenig im Krimigenre aus. Und 699 Seiten sind auch eine ganz schöne Hürde. Aber vielleicht ändert sich das ja, jetzt — bald.

Drive →

Heute ist es soweit – Drive läuft in den deutschen Kinos an. Ein wirklich fantastischer Film, indem Ryan Gosling tagsüber Autos repariert und bei Nacht Fluchtwagen fährt. Bald kommt die bezaubernde Carey Mulligan hinzu und man verliebt sich, selbstverständlich nicht ohne den ein oder anderen Zwischenfall. Selten habe ich einen Film gesehen, indem so wenig gesprochen und zugleich so viel erzählt wird. Ganz zu schweigen von dem Soundtrack, der zum Teil aus Kavinsky, Desire und College besteht, und sein Übriges tut.

Louisa schreibt über Drive, und das zurecht. Auch für mich das Filmhighlight der letzten Wochen, das ich sicher auch noch mal im Kino ansehen werde.

Nike Air Max 1, Red/White/Blue

(Schuhe: Nike, Hose: Wood Wood)

So. Schuhe für wärmere Temperaturen hätte ich schon mal. Jetzt fehlt mir nur noch der Frühling zum Glück.

DIY-Leder-Filz-Laptoptasche

Längere Zeit schon, besonders seit dem Kauf meines neuen MacBook Pro (15″) vor einiger Zeit, bestaune ich die wunderbaren Laptoptaschen bei hardgraft.com. Taschen aus Leder und Filz ohne viel Schnick-Schnack, wirklich wunderbare Sachen. Etwas mehr als 90 Euro für eine Tasche sind mir allerdings (noch) ein wenig zu viel.

Von meinem Vater wusste ich, dass wir bei meinen Eltern zuhause noch ein paar Lederreste haben. Warum also nicht ein wenig Filz kaufen und einfach mal versuchen?
Im Bastelladen kaufte ich 2 Filz-Bögen in A3, 4mm Dick à 4,95€. Das Leder kam letztendlich von der Sitzfläche eines alten Schemels.

So fing es an:

Leder zugeschnitten, Filz zugeschnitten, Kleber aufgetragen.

 

Bei Instagram zeigte ich dann diese Zwischenstände. Beim unteren Bild hatte ich schon das Stück Leder zugeschnitten und an die eine Seite des Filzes kaschiert (sagt man dazu kaschieren?). Auf die andere Seite des Filzes kam dann der Klettverschluss-Streifen (Druckknopf schied aus, weil ich Angst hatte, mit dem Druckknopf das Alu des MacBooks zu beschädigen.).

Die beiden Filzseiten wurden dann aufeinander gelegt, an den Rändern verklebt und letztendlich bei einem Schuhmacher genäht, er ummantelte die Ränder der Tasche noch mit den im Bild sichtbaren Lederstreifen. Dieser machte es leider mit seiner Maschine, was, wie er sagte (ich habe ja keine Ahnung davon) nicht so 100%-ig gut funktioniert hat.

Natürlich weiß ich, dass zwischen meinem Ergebnis, und dem Angebot bei hardgraft Welten liegen. Die hardgraft-Taschen sind auch immer noch viel schöner. Aber Spaß hat es mir trotzdem gemacht und unterm Strich bin ich sehr zufrieden. Und unterm Strich keine 15 Euro gekostet.

Neue Kopfhörer.

Eigentlich war ich bis jetzt immer so der Hörer Kategorie „Schmalzborer“. Angefangen hat das, wenn ich mich recht erinnere mit dem Erwerb meine Gameboys, das müsste so etwa 18 Jahre her sein. Im Lieferumfang des Gameboys waren zwei In-Ear-Ohrstöpsel dabei, furchtbar unergonomisch und mit farblich abgesetztem roten bzw. blauen Streifen; den hygienischen Stoff-Plastik-Überzug nicht zu vergessen.
 Irgendwann folgten diverse Walkman‘s als ich das Hometaping entdeckte, CD-Player als ich großartige Musikzusammenstellungen deutscher Jugendmagazine entdeckte und mit 15 hatte ich mein erstes Handy, was MP3s abspielte, ein Siemens SL45i mit 32MB SD-Karte.

Bis auf den Lieferumfang des Walkman hatten alle Geräte immer diese Schmalzbohr-Ohrstöpfsel-Dinger mitverkauft, lediglich der Walkman hielt sich wacker mit einer dieser irrsinnigen Konstruktionen aus Draht, Plastik und so. Danach folgten eine Vielzahl von mehr oder weniger schlechten Smartphones bei denen man lieber gleich auf das Musikhören verzichtete, ziemlich parallel begann der Aufstieg des iPod (von dem ich iPod 2G sowie iPod Photo besaß, letzterer heute noch im Einsatz) und irgendwann im November 2007 kaufte ich dann das iPhone. Seit je her hatte sich die Zeit des täglichen Musikhörens stetig gesteigert. Irgendwann (mit steigendem Speicherplatz) dann auch die Anzahl der unterschiedlichen Lieder, die man hören konnte und eigentlich war das auch alles immer ziemlich gut, bis auf, dass mir diese unergonomischen Ohrstöpsel eigentlich nie gefielen. Mitgelieferte gingen eh immer schnell kaputt und durch Schüler-/Azubibudgets waren eigentlich auch nie teurere Produkte als für 30 Euro drin.

Irgendwann zwischendrin hatte ich mal einen Kopfhörer von AKG zum Zusammenklappen,
„voll Plastik“ und ziemlich schnell kaputt.

Genervt von zusammenklappbaren Kopfhörern stieg ich wieder auf In-Ears um und war aber nicht weniger genervt – schließlich verlor ich immer diese Gummiaufstecker für jeweilige Seite und hatte damit auch nicht weniger Spaß. 

Letzte oder vorletzte Woche überlegte ich dann, ob ich es mit den Kopfhörern nicht noch einmal versuchen sollte. Ich hörte vom Modell „Marshall Major“, sah selbigen auch in einem überteuerten Stuttgarter Szeneladen und bestellte ihn bei Amazon für knapp 20 Euro weniger (Preis: 99€), nachdem ich ein paar Testberichte und Unboxing-Videos sah, bei dem das Gerät doch durchaus gut weg kam, für meine Zwecke zumindest.


Was sind meine Zwecke? Ein halbwegs mobiles Gerät, ein annehmbarer Klang (ein guter Klang wäre wünschenswert, aber bei musikalischem Ausgangsmaterial mit einer Bitrate von 192kbps – und das hat die meiste Musik, die ich höre – ist es ohnehin eine Farce, teure Kopfhörer zu kaufen.)

Angekommen, ausgepackt, ausprobiert, zufrieden – denn das Gerät macht einen sehr soliden und auch aufwändigen Eindruck. Die „Stoffenden“ sind gescheid vernäht und auch an Details fehlt es dem Gerät nicht im geringsten. Hier eine goldene Spule, um das Ende des Kabels zu stärken, dort eine aufgedruckte Signatur von Marshall-Besitzer Jim Marshall, eine Logoprägung auf der Außenseite der Hörmuscheln, ein großartiges Spiralkabel, wie man es von Ommas Telefonhörer kennt und zu alle dem noch ein guter Tragekomfort in solider retro-chicen Optik.


Klar sagt der audiophile Blogleser – meine teuren Kopfhörer von XY können das auch alles, außerdem haben sie noch dies und jenes Feature. Nur sehen sie nicht so schön aus. Und gerade das ist es ja. Wenn, wie letzten Freitag zum Beispiel, ein Mensch neben mir im Zug von Stuttgart nach Koblenz seine grässlichen eiförmigen Sennheiser-Kopfhörer auspackt, die bestimmt einen fantastischen Klang abliefern, dann kann ich nur müde lächeln. Denn das ist sicherlich ganz großartig, welches Klangerlebnis ihm die Hörer liefern – aber wie schon gesagt: das Ausgangsmaterial von dem, was ich so höre ist im Vergleich zu dem, was die Freaks, die FLAC-Dateien abspielen so hören, ziemlich mies. Aber man ist ja daran gewöhnt.
Darüber hinaus sah der Kerl mit seinen Kopfhörern auch noch ziemlich beknackt aus. Und das ist der Faktor, der für mich gleichzusetzen ist mit dem Hörerlebnis, was ich „kaufe“: Aussehen des Geräts. Wenn ich ein (fast schon) Accessoire kaufe, was ich täglich tragen werde, dann soll es nicht aussehen, als wäre es vom Mond. Es soll schick sein, sich gut eingliedern und Spaß machen. Und das tut dieses Gerät. Wenn es von den Specs her minimal schlechter ist als ein gleichteures oder sogar billigeres Gerät, dann ist mir das egal. Und für teurere Kopfhörer sind Abspielgerät (das iPhone) und Musikgeschmack ohnehin zu schlecht.

FotoLebenUniUrlaub
Hi. Mein Name ist Sven Tillack. Ich bin 25, studiere Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Desweiteren bin ich selbstständig bei BUREAUFORMAT tätig. Dort mache ich Print- und Screendesign.

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