Work in Progress.

Ich gähne.

Zwölfzoll.

Alle sind ganz aufgeregt. Am Samstag haben wir unsere Vernissage bei Second Hand Records in Stuttgart und stellen dort Plattencover-Dinge aus, die wir im dritten Semester gestalteten.

Hier ein kurzer „Recap“ von dem, was ich eigentlich gemacht hatte, damals. Schließlich habe ich es hier nie vorgestellt. — Im Portfolio, was ich seiner Zeit für die Grundklasse erstellt hatte, schrieb ich:

Für das Semesterprojekt Klingende Grafik habe ich ein Cover zu “The Campfire Headphase” von Boards Of Canada entworfen und in der Werkstatt von Adriano Randó an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zweifarbig im Offset gedruckt. Durch Überdrucken ergab sich beim Druck eine dritte Farbe. Die Arbeit zeigt den Cosmos und gleichsam die Verschachtelung und Verstrickung dieser fantastischen Musik. Als Goodie erwartet den Hörer eine vierteilige Fotoserie, die ich während der Exkursion nach Bodman am Bodensee aufgenommen habe.

Und nach wie vor ist „The Campfire Headphase“ eine meiner Lieblingsplatten und Boards Of Canada zurecht unangefochten auf der #1 meiner Alltime-Playlist auf Last.fm (2005—2012). Und darüber hinaus spielte gestern auch noch ein DJ auf einer Party einen „BoC“-Track. Instant-Gänsehaut.

(Platte mit Schuber)

(Verpackung der Platte mit Stanzung, aus der die LP „herausblitzt“)

(Hülle, Vinyl, Papierdings.)

(Hülle aufgeklappt. Der halbautomatische Offset zollt seinen Tribut:
Beim Fixieren der Druckplatte bekommt selbige leider einen lila Farbsaum im oberen Viertel der Rückseite)

(Rückseite mit Trackansicht, Metainformation und tatsächlich funktionierendem Barcode)

(Erwähntes Goodie: Posterset mit 4 Aufnahmen, die in Bodman (Bodensee) entstanden sind.)

Das Cover wurde in einer Auflage von 50 auf 350g/m2–Glosskarton im Offset gedruckt, die Fotodrucke sind auf 135 g/m2–Semigloss-Fotopapier auf einem Tintenstrahlgroßformatdrucker ausgegeben. Natürlich sieht man im Detail die Feinheiten und Unterschiede einer manuellen Produktion: Light-Schnitte laufen beim Belichten oftmals zu, das Raster ist sehr grob. Für mich aber halb so schlimm, in erster Linie freute ich mich, eine solche Auflage realisieren zu können.

Seeing Sounds

Im letzten Semester hatten wir die Aufgabe, ein Plattencover zu gestalten. Ich machte eines im Offsetdruck für das fantastische Album „The Campfire Headphase“ von Boards Of Canada, was ich hier aber garnicht präsentiert habe, wie ich festgestellt habe. Grund genug das, wenn es soweit ist, nachzuholen. Erstmal machten  Steffen und ich allerdings Plakate für eine Vernissage, bei der diese Covers noch mal ausgestellt werden. Stattfinden wird das Ganze hier in Stuttgart bei Second Hand Records am Samstag, den 4. Februar um 17 Uhr. Spielen wird auch eine Band, die sich The Tremolettes nennt und Rock’n'Roll macht. Getränke wird es geben, es wird gut und alle freuen sich.

Bei Plakat und Flyer achteten wir darauf, dass sie bedingt rapportfähig sind, eine Vorgabe, die wir uns selbst auferlegt hatten. Sprich: Man kann die Plakate, vertikal aneinanderdocken und erhält einen Rapport, wie in den Flyern angedeutet.

Bodman.

Vor zwei Wochen also war ich am Bodensee. Gefühlt ist das erst ein paar Tage her, schließlich habe ich gerade Termine (das Semester neigt sich dem Ende zu) und komme nicht recht zu etwas vorzeigbarem, wenn auch ich den ganzen Tag arbeite.

In Bodman am Bodensee jedenfalls war es ziemlich klasse. Wir verbrachten fast eine ganze Woche von Montag bis Samstag in einem Haus fast direkt am See. Den Zeichenkurs am Dienstag/Mittwoch konnten wir relativ schnell abhaken, Donnerstags fuhren wir ins Fotomuseum nach Winterthur in die Schweiz (zu den Ausstellungen von Hans Steiner und Aleksandr Rodschenko; gleichzeitig fand im selben Komplex die Ai Wei Wei-Ausstellung statt). Freitags ging es nach Bregenz nach Österreich (Ausstellung ‘So machen wir es’) in die Kunsthalle, die gerade mit ihrer schönen Architektur und ihrem fantastischen Licht bestach.

Rückblickend war die Ausstellung zu Hans Steiner ziemlich gut. Fotografisch nicht umbedingt bahnbrechend, dennoch dokumentarisch stark, weil er sowohl zweiten Weltkrieg als auch Aufbruchstimmung der Fünfziger Jahre dokumentierte. Und eben letzterer Retrofuturismus hat es mir eben angetan.

Nachfolgend nun eigene Bilder der Woche.

zum Flickr-Set

















zum Flickr-Set

Und im Übrigen sollte ich Recht behalten. Klassenfahrt. Nur ohne Ärger bekommen.

Nächste Woche dann so.

Und nächste Woche, das heißt von morgen bis Samstag, werde ich mich etwa dort aufhalten. Das ist Bodman am Bodensee. Dort hat die von mir besuchte Akademie ein Haus, wo die Unimenschen und ich hinfahren. Und der Professor. Und jemand anderes, mit dem wir zeichnen.

Auf eine Exkursion. So generell ist das, so glaube ich, wie eine Klassenfahrt. Nur in erwachsen und keiner schreibt einem Dinge vor, die man vorgeschrieben bekam, als man noch auf Klassenfahrten fuhr. Außerdem werden wir Ausstellungen besuchen und sicherlich viel Zeit für eigenen Kram, etwa Fotografieren haben – der See bietet sich schließlich dazu an. Ich glaube das wird ziemlich gut.

Hier kommt Gurt.

Und dann war da noch diese Aufgabe, bei der wir aus einem Stoffband Typo legen sollten. Ja, aus einem Stoffband. Dabei lernt man, so hieß es zumindest, viele Dinge im Umgang mit Schrift. Was Strichstärken angeht. Und die Zwischenräume innerhalb der Buchstaben und so. Hieß es zumindest.

War dann aber irgendwie auch so. Erst mal überlegt, was man machen will (in meinem Fall eine Serifenbetonte Linearantiqua; kennste, hier, IBM-Logo zum Beispiel), und dann überlegt WIE man das überhaupt machen will. In meinem Fall ging das mit einem Raster aus Quadraten (Seitenlänge 2,5cm) und lediglich “Winkeln” in 0°, 45° oder 90° – der geneigte Mathematiker merkt schon, dass ich kein Mathematiker bin. Geklappt hats trotzdem ganz gut.

Als die Buchstaben dann “gelegt” waren, habe ich sie mit Stecknadeln fixiert, mit Vlieseline (Plastikkleber zum Aufügeln) präpariert und dann gebügelt. Und das dann. … knapp 40 mal. Und alles in allem heißt das ganze dann ‘GURTBAND SERIF’, oder so.

Die verschiedenen Varianten von A, V, W und so sind natürlich nur gespiegelt, sollten ihrem Zweck aber dienen – nämlich dem, dass man die Buchstaben total gut “ineinander” legen kann, quasi unterschneiden.

Jetzt habe ich zwar diese Stoffbuchstaben hier, ich überlege aber, ob ich daraus nicht eine tatsächlich benutzbare Schrift machen soll. Das heißt, entweder diese Schrift durch z.B. Fontlab laufen lassen (sofern möglich), oder diese Typo digital nachbauen. Muss ja auch einen Sinn haben, was ich da gemacht habe.

DIGITAL.

Wenn man in der Uni die Kurzaufgabe bekommt, sich selbst innerhalb eines Wortes zu beschreiben und selbst darzustellen, ziemlich lange überlegt und dann doch das Wort ‘digital’ nimmt.
Oben: Das abgebene Motiv.
Unten: Links “Making-of” – das an den Armen ist übrigens Tesafilm. Fotografiert mit Kamera über Macbook und das alles via iPad und VNC (siehe Bild) ausgelöst, rechts dann das übliche Gepose. Hier Poster, tralala. Ausgedruckt übrigens auf einem dieser großen Epson-Tintenstrahldrucker – Format A1.
Ja, dann sieht das so aus.

LINOL (3 von 4)

Wir erinnern uns: Erstmal Platten zeichnen und übertragen, dann schnitzen, die erste Platte Schwarz drucken und dann die zweite Platte in Blau (HKS 47N) drucken. So der Plan, so weit, so gut.

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Drucktag 2 also und die Aufgabe, die zweite Platte in der Druckmaschine einzurichten, die Platte zu befeuchten und die bereits mit schwarz bedruckten Bögen so durch die Maschine laufen lassen, dass sie – möglichst passgenau – die blaue Farbe aufnehmen. Das wärs ja schon.
Doch dummerweise wurde mir Zweiteres zum Verhängnis: Die Platten waren von mir – offensichtlich – nicht ganz so perfekt geschnitzt und weisen deshalb auch nicht hundertprozentige Gleichheit auf. Dazu kommt ja noch, dass man die ersten Bögen auch nie hundertprozentig exakt durch den ersten Druckgang geschickt hat. Fand ich zumindest später heraus.

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Deshalb bin ich leider nur mäßig zufrieden mit dem Ergebnis. Nun, jetzt mag der geneigte Linolkenner sagen:”Klar, Linol, da gehört sowas dazu. Das ist der Charme des Linols”, dennoch habe ich Glück, dass aus ich aus der Auflage (50 Stück) nur knapp die Hälfte für unsere Publikation an der Sommerausstellung brauche.

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Abschließend zu diesem Projekt werde ich in ferner Zukunft, sobald Termine und Abgaben es erlauben, noch eine kleine Retrospektive hierzu machen, weil ich noch einige Filmaufnahmen von Platte und Werkstatt aufzeichnet habe.

LINOL (2 von 4)

So. Nachdem ich gestern schon Bilder der geschnitzen Platten gezeigt habe, galt es natürlich diese zu drucken. Die Deadline ist zwar noch ein paar Wochen hin, allerdings gibt es in diesem Semester einige Projekte, die alle ziemlich parallel laufen.
Im Wesentlichen heißt das nun: Die Platten in der Hochdruckmaschine einrichten, einpassen und los!

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In unserem speziellen Fall fange ich mit den schwarzen Konturen an und drucke erst im zweiten Schritt darüber (und damit eben auf das bereits gedruckte Blatt) blau. Das Bedienen der Maschine war recht einfach, nur, dass man eben darauf achten muss, das für jeden Druckgang genug Farbe vorliegt, damit alle Drucke eben auch ein ähnliches Farbbild aufweisen.

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Der erste Schritt wäre also geschafft, jetzt warten und trocknen lassen, um danach einen zweiten Druckgang zu machen.

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Linolschnitt. Bei Linolschnitt denke ich ja mehr so zurück an die siebte Klasse, einen BK-Kurs, gelangweilte, pubertierende Mittelstüfler und ein Motiv, bestehend aus Fachwerkhäusern.

Linolschnitt. Klassenprojekt im Sommersemester 2011 für uns Zweitsemester an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. … Unter dem Thema “Seemannsgarn” veröffentlichen meine 23 Kommilitonen und ich zum Ende des Semesters zweifarbige (d.h. unter Einsatz der Farben Schwarz und Blau (HKS 47N)) Illustrationen mit allerhand Seemannsabenteuern, die durch einen von uns geschriebenen Text unterstützt werden in einem gebundenen Buch, das auf der Sommerausstellung der Akademie eingesehen werden kann.

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Die Linolillustrationen werden in Blau und Schwarz im Hochdruck in unserer Hochdruckwerkstatt von Hand gedruckt, was wir selbst erledigen. Nicht nur, dass ich während des Schnitzens die ganze Zeit einen NOFX-Ohrwurm hatte; ich habe mich, was den Aufwand angeht, zwei Farbauszüge auf Linol zu übertragen (von einem DIN A3-Ausdruck mit Kohlepapier und Kugelschreiber), verschätzt.

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2011/44: LINOL 4

Erstaunlich, wie lange es dauert, zwei solcher etwa A3 großen Platten zu schnitzen. Spaß hat es bisher doch irgendwie gemacht, auch wenn ich jetzt nach dem Schnitzen der Platten einfach nur froh bin, dass ich es geschafft habe und anfangen darf, das Motiv nun in der Hochdruckwerkstatt der Akademie zu drucken.

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2011/46: LINOL 6

Was nun folgt: Schwarz drucken. Blau drucken. Schneiden.

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FotoLebenUniUrlaub
Hi. Mein Name ist Sven Tillack. Ich bin 25, studiere Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Desweiteren bin ich selbstständig bei BUREAUFORMAT tätig. Dort mache ich Print- und Screendesign.

Für mein Portfolio geht es hier entlang. Und hierher zum Impressum.